Stalking

Das Phänomen Stalking leitet sich von dem englischen Verb „to stalk“ ab, das übersetzt so viel wie „sich heranpirschen“ oder „sich anschleichen“ bedeutet.

Stalking bezeichnet wiederholtes und beharrliches Verfolgen, Nachstellen, penetrantes Belästigen, Bedrohen und Terrorisieren einer Person gegen deren Willen bis hin zu körperlicher Gewalt. Die Nachstellung erfolgt über einen längeren Zeitraum. Stalking kann jedem Menschen widerfahren, unabhängig von Alter, Religion oder Geschlecht. Stalking setzt sich aus vielfältigen Handlungen, wie z.B. ständige Kontaktversuche über Telefon und mail, wiederholtes Auflauern und andauerndes Beobachten, Verfolgen zu Fuß oder per Auto, Zuschicken von Geschenken, Verbreiten von Gerüchten und Rufschädigung, Bedrohungen, Beschädigung von Eigentum des Opfers sowie Körperverletzungen zusammen. Ziel der stalkenden Person ist es auf sich aufmerksam zu machen und Kontakt zu der betroffenen Person aufzubauen oder zu halten.

Seit 2007 stellt Nachstellung (Stalking) einen Straftatbestand dar (§ 238 StGB), damit kann das grenzüberschreitende und unerwünschte Verhalten der stalkenden Person angezeigt und strafrechtlich verfolgt werden. Auch Einzeltaten, wie Sachbeschädigung und Beleidigung, können angezeigt werden.

In 75% der Fälle kennt das Opfer die stalkende Person, häufig handelt es sich um den ehemaligen (Ehe)-Partner oder –Partnerin.

Betroffene Personen erleben sich oft als hilflos, bedrängt und beobachtet. Sie haben Angst um Ihre eigene Sicherheit und vermeiden z.B. ans Telefon zu gehen oder die eigene Wohnung zu verlassen. Auch Gefühle wie Ärger und Verzweiflung können aufkommen. Bei längerer Dauer kann das Stalking zu Erschöpfung, Schlafstörungen und Grübeln führen. Auch fällt es manchen Betroffenen schwer, anderen (neuen) Menschen in ihrem Umfeld zu vertrauen und ihre Hobbies und sozialen Aktivitäten aufrechtzuerhalten.

Unser Beratungsangebot: In unserer psychologischen Beratung können wir besprechen, wie Sie mit dem Stalking auf hilfreiche Weise umgehen können und welche (rechtlichen) Schutzmöglichkeiten bestehen. Wir unterstützen Sie dabei wieder mehr Sicherheit zu gewinnen und mögliche psychische Beschwerden zu mildern.

Einige Verhaltensweisen haben sich beim Umgang mit Stalking bewährt. Dazu gehören:

  • Grenzsetzung: Der stalkenden Person einmal deutlich mitteilen, dass man keinen Kontakt wünscht. Nicht auf letztes „klärendes“ Gespräch einlassen.

  • Abstinenz: Keinen Kontakt zur stalkenden Person aufnehmen und nicht auf deren Kontaktversuche (z.B. sms, mail, Anrufe) reagieren.

  • Sorgsamer Umgang mit den persönlichen Daten, insbesondere bei Internetnutzung

  • Dokumentieren aller Stalkinghandlungen (Datum, Uhrzeit, Ort, Verhalten, Zeugen): Dieses Vorgehen dient der Beweismittelsicherung und ist hilfreich für eventuelle rechtliche Schritte.

  • Transparenz: Soziales Umfeld, wie Freunde oder Familie, über das Stalking informieren

  • Bei Gefahr die Polizei rufen oder zur nächsten Polizeidienststelle fahren

Wichtig ist, diese Verhaltensstrategien konsequent zu befolgen, da direkte Reaktionen der betroffenen Personen den Stalker/die Stalkerin im nachstellenden Verhalten bestärken können.